Agenda 21 PDF Drucken

Einführende Gedanken
Die Peter-Weiss-Gesamtschule Unna verfolgt seit vielen Jahren eine starke Einbindung umwelterzieherischer Fragen in das Schulprogramm. Ursprünglich hieß der Arbeitstitel "Eine Schule auf dem Weg in eine ökologische Zukunft". Unter diesem Thema wurden von Seiten der Schule mehrere Förderanträge im GÖS - Umweltbereich gestellt, die allesamt positiv beschieden wurden. In diesem Zusammenhang wurde die Schule 1997 besonders gefördert. Ziel der Peter-Weiss-Gesamtschule war es immer, die Umweltproblematik an konkreten Beispielen in den Unterricht einzubinden.

     

    Im Zusammenhang mit dem beiden Projekten "Umweltschulen in Europa" für den Kreis Unna wurde die Schule in den Jahren 2000 und 2002 mit diesem Preis ausgezeichnet und darf sich seitdem „Umweltschule in Europa“ nennen.

    Bild_1_   bild_2
    Zum Programm der Peter-Weiss-Gesamtschule gehört es, dass auch weiterhin eine verstärkte Implementation von Umwelterziehung und Unwelterforschung in den Unterricht stattfindet. In bestimmten Fachbereichen (Naturwissenschaften, Technik, Gesellschaftslehre, Religion usw.) sowie im Bereich der Arbeitsgemeinschaften (Unnas Honigdiebe, Schulgarten, Pferde - AG, Kleintiere - AG, Fahrradwerkstatt, usw.) soll der Umweltgedanke eine zentrale Bedeutung im Unterrichtsgeschehen erhalten. Grundlage für dieses Handeln ist die "Agenda 21" (Vertrag von Rio), in der der Aspekt der Nachhaltigkeit eine zentrale Stelle einnimmt. Die Peter-Weiss-Gesamtschule gehörte ebenfalls zum Kreis der Umweltkontaktschulenschulen in NRW.
    An der ersten Kampagne „Agenda 21 in der Schule“ des Landes NRW nahm die Schule ebenfalls erfolgreich teil!

                                        2

    In den letzten Jahren (Kampagne 2) arbeiten viele Gruppen in der Schule unter diesem Agenda - Gedanken. Das Leben in der „Einen“ Welt steht dabei im Mittelpunkt.

     


     

    Auflistung der aktiv arbeitenden Gruppen

     

    • Agenda Arbeitsgruppe
    • „Unnas Honigdiebe“ – Bienenzucht Projekt
    • Pferde AG
    • Kleintiere AG
    • Schulgarten AG – Grüne Mitte – ökologischer Pfad
    • Fahrradwerkstatt und Fahrrad AG
    • Schulpartnerschaft mit Dordabis (Namibia)
    • Comenius Projekt – Umwelterziehung in vier europäischen Staaten (Polen, Italien, Schweden, Deutschland)
    • „Schule ohne Rassismus“

     

     


    Berichte über die Arbeitsgruppen

     



     

    Unnas Honigdiebe“ –  Bienenprojekt  4

      Der Bienengarten besteht nun mehr als 20 Jahre an der Schule. Neben dem Schulgarten stellt er die Keimzelle umweltbezogenen Arbeitens an der Schule dar. Schon früh wurden in dem in Zusammenarbeit mit der VHS gebauten Fachwerkhaus Bienen gehalten.

      Seit drei Jahren ist diese Gruppe sehr aktiv geworden. Unter Anleitung des pensionierten Lehrers Dr. Hartmut Fahrenhorst wurde die Arbeit an und mit den Bienen intensiviert. Seit zwei Jahren trägt die Gruppe den Namen

       

                 4a   5   7.  
      Die Gruppe besteht aus Schülerinnen und Schülern – anfangs sechs, zurzeit 12 - verschiedener Jahrgänge. Sie nehmen freiwillig an diesem Projekt teil, nicht nur Donnerstagnachmittags, sondern oft auch am Wochenende oder in den Ferien. Neben der imkerlichen Ausbildung stehen wirtschaftliche Faktoren wie Einkauf von Materialien oder der Verkauf der Produkte (Honig, Wachskerzen usw.) im Mittelpunkt.

       

      Bei der imkerlichen Ausbildung stand der Gruppe von Anfang an das Bieneninstitut der Landwirtschaftskammer NRW in Münster zur Seite. Herr Dr. Mühlen sowie Frau Rieger luden die Schülerinnen und Schüler zu Lehrgängen ein, in denen sie an Wochenenden in den Sommerferien z.B. den Fachkundenachweis Honigverarbeitung erworben haben. Des weitern nahmen sie an einer Fortbildung für Jungimker in Münster teil.

      Die Schülerinnen und Schüler nehmen kostenfrei an den Lehrgängen teil: Gebühren für Teilnahme und Material übernimmt das Bieneninstitut, die Kosten für die Fahrt sowie die Verpflegung wird aus der Kasse der Honigdiebe bezahlt. Die Teilnahme wird in den Zeugnissen der SchülerInnen bestätigt.

           8

      Ziel der Arbeit in der Projektgruppe ist es, dass jeder Teilnehmer am Ende der Ausbildung mindestens ein eigenes Bienenvolk besitzt.

         9

      Schülerinnen und Schüler beim Bienenlehrgang in Münster-Hiltrup (Landwirtschaftskammer)

       

      Dies gelingt nicht sofort, da durch Krankheiten (Varroa - Milben) Völker im Winter sterben können. Dies ereignete sich in diesem Winter. Viele Völker starben. Die Gruppe hofft auf Unterstützung durch die Imker vor Ort oder durch Bieneninstitute (Uni Bonn, Uni Bochum, LWK Münster, Uni Tübingen), will aber durch den Verkauf von Honigwaffeln in der Schule Geld für den Kauf neuer Bienen zusammensparen.

         10

       

      Varroa - Milben auf Drohnenbrut (Foto: WPII - Kurs, 9. Jahrgang)

       

       

      Solche auch finanziellen Verluste (ca. 2000 €) können mutlos machen, aber die Gruppe wird gemeinsam weiter arbeiten. Eine große Bereicherung stellt die Mitarbeit eines Vaters in der Arbeitsgruppe dar. So können die vielen Aufgaben in der Gruppe besser bewältigt werden. 
      Einmal jährlich besucht die Gruppe den „Apisticus – Tag“ in Münster. Die ist ein Treffen von Imkern, Wissenschaftlern und Ausstattern. Die SchülerInnen machen dabei erste Erfahrungen mit der Arbeit auf Tagungen. Anschließend findet in Münster dann das traditionelle Pizzaessen statt. .

         11

      Unnas Honigdiebe auf dem Apisticus Tag 2007, Münster


         12

      Auftritt auf der Hauptbühne (Münster, Feb. 2007)

       

       

      Seit geraumer Zeit haben „Unnas Honigdiebe“ Kontakt zum Stockumer Hofmarkt. Dort wird ein Teil des von der Bienenzucht - AG produzierten Honigs verkauft. Der weiteren werden dort zur Weihnachtszeit Kerzen und andere Wachsprodukte aus eigener Herstellung angeboten.

       

                                        13

       

      Im Zuge der Zusammenarbeit mit der Familie Behmenburg entstand im letzten Jahr der Plan, auf dem Gelände des Hofmarktes einen Bienenlehrpfad zu installieren. In diesem Gemeinschaftsprojekt zwischen Schule und Hofmarkt entstehen folgende Objekte:

      •  

       

      Streuobstwiese:
      Hier wurden auf einer großen Fläche von den SchülerInnen und einer Arbeitsgruppe der AWO 20 verschiedene alte Apfelbaumsorten gepflanzt (Streuobstwiesenprogramm im Kreis Unna). Die Beschilderung für diese Bäume wir von den SchülerInnen der AG vorbereitet und durchgeführt. Die Fläche selbst soll mit einer Saatmischung typischer Wildwiesenpflanzen eingesät werden (Zusammenarbeit mit Apis e.V.).

                                            14

                                                               Beschilderung der Streuobstwies

       

      Sortenliste der Streuobstwiese Stockumer Hofmarkt

       

      1. Horneburger Pfannkuchenapfel

      2. Gelber Edelapfel

      3. Weißer Winterglockenapfel

      4. Grahams Jubiläumsapfel

      5. Jakob Lebel

      6. Schöner von Boskoop

      7. Rote Sternrenette

      8. Malus „Kaiser Wilhelm“

      9. Dülmener Herbstrosenapfel

      10. Brettacher

      11. Roter Bellefleur

      12. Rheinischer Bohnapfel

      13. Goldrenette Freiherr von Berlepsch

      14. Geflammter Kardinal

      15. Ontario

      16. Kardinal Bea

      17. Luxemburger Renette

      18. Westfälischer Gülderling

      19. Schöner aus Wiedenbrück

      20. Rheinischer Krummstiel

       

         15       16

            Beim Pflanzen der Apfelbäume

      •  

       

      Hecke mit verschiedenen Bienenweidepflanzen:
      In dieser ca. 150 m langen Hecke werden den Besuchern des Hofmarktes, aber auch besuchenden Schulklassen und Kindergartengruppen verschiedene Sträucher und Bäume gezeigt, die für Wildbienen und Honigbienen von großer Bedeutung sind. Die Pflanzen werden im Dezember auf dem von Herrn Behmenburg vorbereiteten Gelände von SchülerInnen der Peter-Weiss-Gesamtschule gepflanzt (Pflanzmaterialien werden von der NFG bezahlt). Die Beschilderung der einzelnen Arten wird ebenfalls von den SchülerInnen der Bienen - AG und zwei Kursen des 6. Jahrgangs durchgeführt.

       

       

      Nr.

      Anzahl

      Name

       

      1

      3

      Abelia mosanensis

      Abelie

      2

      2

      Ailanthus altissima

      Götterbaum

      3

      3

      Amelanchier ovalis

      Zwergfelsenbirne

      4

      3

      Amorpha fruticosa

      Bastardindigo, Bleibusch

      5

      3

      Aronia arbutifolia

      Filzige (Rote) Apfelbeere

      6

      3

      Aronia melanocarpa „Nero“

      Süße Apfelbeere

      7

      3

      Berberis koreana

      Korea-Berberitze

      8

      3

      Berberis wilsoniae

      Wilsons Berberitze

      9

      3

      Caryopteris clandonensis

      Clandon - Bartblume

      10

      3

      Coronilla emerus

      Strauch-Kronwicke

      11

      3

      Cotoneaster multiflorus

      Vielblütige Zwergmispel

      12

      3

      Cotoneaster integerrimus

      Zwergmispel

      13

      3

      Deutzia Hyb. „Monte Rosa“

      Rosa Strauchdeutzie

      14

      3

      Elaeagnus commutata

      Silber - Ölweide

      15

      5

      Euodia hupehensis

      Bienenbaum

      16

      3

      Euonymus europaeus

      Pfaffenhütchen

      17

      3

      Hedera helix

      Strauch-Efeu

      18

      5

      Hypericum androsaenum

      Mannsblut / Johanniskr.

      19

      5

      Hypericum hircinum

      Duft-Johanniskraut

      20

      3

      Jamesia americana

      Jamesie

      21

      3

      Lonicera fragrantissima

      Wohlriech. Heckenkirsche

      22

      3

      Philadelphus coronaris

      Pfeifenstrauch

      23

      5

      Potentilla fruticosa

      Blütenfingerstrauch

      24

      2

      Ptelea trifoliata

      Kleeulme

      25

      3

      Rhamnus frangula „Asplenifolia“

      Farnblättriges Pulverholz

      26

      3

      Ribes sanguineum

      Blut-Johaniisbeere

      27

      3

      Rhamnus saxatilis

      Färbe-Kreuzdorn

      28

      3

      Ruta graveolens

      Wein-Raute

      29

      1

      Salix caprea

      Salweide

      30

      1

      Salix continua

       

      31

      1

      Salix daphnoides

       

      32

      1

      Salix fragilis

       

      33

      2

      Salix purpurea

       

      34

      1

      Salix daphnoides

       

      35

      2

      Salix hermaphrodita

       

      36

      1

      Salix pendulifolia

       

      37

      3

      Tamarix ramosissima

      Kaspische Tamariske

       

       

         17

         18     19

      Schülerinnen und Schüler des 6. Jahrgangs beim Pflanzen der Hecke

       

      •  

       

      Wildbienenwand:
      In die Hecke integriert wird eine Wildbienenwand, wie sie schon als Station des Stadtökologischen Erlebnispfades an der Peter-Weiss-Gesamtschule entstanden ist. Ähnlich soll sie in der Bienenhecke des Hofmarktes den Besuchern die Vielfalt dieses Insektenlebens demonstrieren. Diese Wand wird in Fachwerkbauweise entstehen. Die Fachungen werden mit verschiedenartigen Materialien ausgefüllt werden. Selbst hergestellte und gekaufte Nisthilfen werden als Wohnquartier für die verschiedenen Bienenarten dienen. Ihre ökologische Bedeutung wird auf einer Wetterfesten Infotafel dargestellt.

         20

         21      22

          Unna Honigdiebe beim Bau der Wildbienenwand – sie wird sehr groß

       

      •  

       

      Bienenhaus für Honigbienenstöcke von „Unnas Honigdieben“:
      Die Arbeitsgemeinschaft besteht nun sch seit über 15 Jahren. Bisher fand sie nur im Bienengarten der Peter-Weiss-Gesamtschule statt. Da dort der Raum für mehrere Arbeitgemeinschaften (Kleintiere - AG, Pferde - AG) und die Unterrichtseinbindung zu klein wird, muss die immer größer werdende Bienenzucht - AG weitere Standorte finden. Auf dem Hofmarkt ist hierfür ein besonders guter Standort, da dort viele Besucher die Besonderheiten der Bienenzucht erfahren können. Die Imkerei ist ein aussterbender Beruf, deshalb müssen viele junge Menschen etwas darüber erfahren.
      Das Bienenhaus wird in den Bienenlehrpfad einbezogen. Es ist ein Holzhaus, das von SchülerInnen der PWG unter Anleitung eines Fachmannes gebaut werden wird.

                             23

       

       

      Informationstafeln des Deutschen Imkerbundes:
      Diese wetterfesten Tafeln werden am Weg durch das Bienengelände aufgestellt. Sie werden auf Holzschildern fest installiert.
      Laminierte Informationstafeln über Wildbienen, Singvögel, Greifvögel, Wiesenpflanzen usw.:
      Hierzu sollen Info-Plakate der Firma Schreiber angeschafft werden. Sie bieten den Besuchern einen Einblick in die Vielfalt von Leben auf Streuobstwiesen und in Hecken.

       

      Dies wird von mehreren Sponsoren unterstützt:

        • NFG (Naturförderungsgesellschaft)

        • Stadtwerke Unna: Beschilderung

        • Dachpfannen (Hohlstrangziegel)

        • Biohof Behmenburg (Material etc.)

        • Kreis Unna (25 Apfelbäume + Material)

        • NFG (Pflanzmaterial Bienenhecke)

        • Apis e.V. (Blumenwiesensaatgut)