|
Dieses Sprachdiplom wurde 1985 geschaffen und wird vom Ministère de l’Education Nationale vergeben. Jedes Diplom trägt das Siegel dieses französischen Ministeriums.
Die Zertifikate wurden 2006 überarbeitet und an den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) angepasst. Durch die DELF-Prüfung können Schülerinnen und Schüler ein unabhängiges Diplom erwerben, das ihnen mündliche und schriftliche Sprachfertigkeiten (Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben) bescheinigt.
Der gemeinsame Referenzrahmen ermöglicht und erleichtert die Vergleichbarkeit und die Anerkennung der unterschiedlichen Qualifikationen weltweit, da er genau definiert, was Lernende können müssen, um in der Fremdsprache erfolgreich interagieren zu können. Darüber hinaus schafft er eine gemeinsame Basis und fördert so auch die Verstärkung der internationalen Kooperation auf dem Gebiet der modernen Fremdsprachen.
Weltweit gibt es inzwischen mehr als 900 Prüfungszentren, die jährlich über 60.000 Diplome erteilen, und auch in Deutschland nehmen die Teilnehmerzahlen ständig zu.
An der Peter-Weiss-Gesamtschule wurde die Teilnahme an den DELF-Prüfungen von mir (Beate Hergeth) initiiert und seitdem werden die DELF-Vorbereitungen und die Durchführung der Prüfungen von mir koordiniert.
Insgesamt haben bisher beinahe 50 Schülerinnen und Schüler der WP-I Französischkurse der 8., 9. und 10. Klasse die Prüfungen der Niveaustufen A1, A2 und B1 absolviert. Bei B1 handelt es sich um das höchst mögliche Ziel für die Sekundarstufe I.
Die schriftlichen Prüfungen fanden für unsere Schülerinnen und Schüler immer an einem Samstag in der PWG statt. Für das Mündliche mussten wir bislang Schulen in verschiedenen Städten aufsuchen. So reisten wir bereits nach Paderborn, Düsseldorf, Dortmund, Münster und Witten.
Die DELF-Schülerinnen und Schüler haben sich in den letzten Schuljahren darauf eingelassen, mit mir gemeinsam in einer AG viele Stunden, auch Überstunden (aus der Sicht der Schülerinnen und Schüler), Französisch „bis zum Umfallen“ zu pauken. Es ging aber auch darum, in einer entspannten Atmosphäre die Ängste und Sorgen um die Prüfungen im Schriftlichen und Mündlichen zu mindern.
Bei einer der mündlichen B1-Prüfungen, die wir in Witten absolvieren mussten, waren Kollegen von anderen Schulen äußerst erstaunt, dass eine Gesamtschule an diesen Examina überhaupt teilnimmt. Als ich dann vor Ort feststellen musste, dass die anderen Prüflinge, die ebenfalls das Niveau B1 abtesten ließen, dieses Mal hauptsächlich Oberstufenschüler waren, wurde ich dann doch ein wenig nervös. Hatte ich eventuell doch zu hoch gepokert? Hatte ich zu viel von meinen Schülerinnen und Schüler erwartet? Konnten es unsere 10. Klässler wirklich schaffen? Aber alle Kandidaten der PWG meisterten ganz souverän diese schwierige Aufgabe. (Bisher nahmen 8 Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs in zwei Durchgängen an den recht anspruchsvollen B1-Prüfungen erfolgreich teil).
Auf die Ergebnisse müssen wir immer recht lange warten, da die schriftlichen Arbeiten am Institut Français zunächst korrigiert werden, bevor die Endergebnisse der Bundesjury in der französischen Botschaft in Berlin vorgelegt werden. Danach werden die Ergebnisse an das CIEP weitergeleitet, das die Sprachzertifikate ausstellt und zur Verteilung nach Berlin leitet. (CIEP ist eine Einrichtung der französischen Ministerien für Schul- und Hochschulbildung, die eng mit zahlreichen öffentlichen und privaten sowie nationalen und internationalen Partnerinstitutionen zusammenarbeitet.)
Die positiven Aspekte der Teilnahme an diesen Prüfungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
• Man nimmt zum ersten Mal an einer außerschulischen Prüfung teil und lernt so,
sich besser auf Prüfungssituationen einzustellen um sie erfolgreich meistern zu
können • Man erwirbt ein international anerkanntes Sprachdiplom • Man kann seine Sprachkenntnisse für Studium, Beruf, Praktika angemessen
nachweisen • Man erhält einen weiteren Anreiz, seine Sprachkenntnisse zu perfektionieren • Man dokumentiert, dass man interessiert ist, sich für zusätzliches Arbeiten und
Lernen zu engagieren
Durch die Möglichkeit des Erwerbs eines international anerkannten Sprachdiploms können Schülerinnen und Schüler motiviert werden, Französisch weiterzulernen. Mit diesem klaren Ziel vor Augen und der Aussicht auf ein Diplom in der Tasche fällt das Lernen natürlich leichter, was die bisherigen Teilnehmer alle bestätigen konnten.
|